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Auslagen: was der Begriff im Betrieb bedeutet

Im Alltag heißt fast alles „Auslage", was jemand aus eigener Tasche für den Betrieb bezahlt. Steuerlich ist das keine eigene Kategorie: Es sind Betriebsausgaben, die über eine Privatperson gelaufen sind. Interessant wird es an genau einer Zahl — 250 Euro.

Stand: 07. August 2026

Der Begriff und was er nicht ändert

Wer für den Betrieb einkauft, tankt oder ein Taxi nimmt und dafür privat zahlt, hat eine Auslage. Der Vorgang bleibt derselbe Geschäftsvorfall wie bei einer Zahlung vom Firmenkonto — nur die Zahlungsquelle ist eine andere.

Daraus folgt die Regel, an der sich alles Weitere aufhängt: Es gilt dasselbe Belegprinzip. „Jeder Geschäftsvorfall ist urschriftlich bzw. als Kopie der Urschrift zu belegen. Ist kein Fremdbeleg vorhanden, muss ein Eigenbeleg erstellt werden." (GoBD Rz. 61).

Der Kontoauszug des Mitarbeitenden ersetzt diesen Beleg nicht. Er zeigt, dass gezahlt wurde, aber nicht, wofür — und die Belegfunktion ist die Grundvoraussetzung für die Beweiskraft der Buchführung.

Die eine Zahl, die im Alltag entscheidet

Bei einem Gesamtbetrag bis 250 Euro brutto genügen nach § 33 UStDV vier Angaben: vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers, Ausstellungsdatum, Menge und Art der Leistung sowie Entgelt und Steuerbetrag in einer Summe mit dem anzuwendenden Steuersatz. Name und Anschrift des Leistungsempfängers werden nicht verlangt.

Genau deshalb ist der Kassenbon über 18 Euro unproblematisch, auf dem gar kein Empfänger steht. Oberhalb von 250 Euro ändert sich das: Dann verlangt § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des Leistungsempfängers — und der Vorsteuerabzug setzt eine Rechnung nach §§ 14, 14a UStG voraus (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStG).

Steht auf einer Rechnung über 400 Euro der Name des Mitarbeitenden statt der Firma, fehlt genau diese Angabe. Ob sich das im Einzelfall durch eine Berichtigung heilen lässt, ist eine Frage für Ihre Kanzlei — und rechtlich umstritten, weil § 14 Abs. 4 Satz 4 UStG die Berichtigung ausdrücklich nicht als rückwirkendes Ereignis behandelt.

Die Grenzen und Fristen im Überblick

VorgangGrenzeFundstelle
Kleinbetragsrechnung, Empfängerangabe entbehrlichbis 250 €§ 33 UStDV
Rechnung mit vollständigen Pflichtangabenüber 250 €§ 14 Abs. 4 UStG
Unbare Geschäftsvorfälle in Grundaufzeichnungen erfassen10 TageGoBD Rz. 47
Buchungsbelege aufbewahren8 Jahre§ 147 Abs. 3 Satz 1 AO
Rechnungen aufbewahren8 Jahre§ 14b Abs. 1 Satz 1 UStG

Drei Fälle, die alle „Auslage" heißen und verschieden behandelt werden

  • Sachauslage: Material, Porto, Parkgebühr. Es gilt der Fremdbeleg des Dritten, der Vorsteuerabzug hängt an dessen Rechnungsangaben.
  • Reisekosten: Die Verpflegung wird nie mit den tatsächlichen Kosten abgerechnet, sondern ausschließlich pauschal — 28 Euro bei 24 Stunden Abwesenheit, 14 Euro am An- und Abreisetag sowie bei mehr als acht Stunden (§ 9 Abs. 4a EStG). Fahrtkosten mit dem eigenen Pkw sind pauschal mit 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer ansetzbar.
  • Bewirtung: Aus geschäftlichem Anlass sind 70 Prozent abziehbar, 30 Prozent nicht (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG), und die Aufwendungen sind einzeln und getrennt aufzuzeichnen (§ 4 Abs. 7 EStG). Die Vorsteuer bleibt davon unberührt und ist voll abziehbar (§ 15 Abs. 1a Satz 2 UStG).

Was die Auslage trägt und was sie kippt

Trägt: Beleg des Dritten, betrieblicher Anlass in ganzen Worten, zeitnahe Erfassung, Verknüpfung mit der Buchung.

Trägt nicht: Ein Eigenbeleg als Regelfall. Er ist zulässig, wenn kein Fremdbeleg zu erlangen ist — ein Ordner voller Eigenbelege ist dagegen ein Prüfungsschwerpunkt (GoBD Rz. 61).

Trägt nicht: Ein unbenannter Empfänger. Nach § 160 AO kann der Betriebsausgabenabzug versagt werden, wenn Gläubiger oder Empfänger auf Verlangen nicht genau benannt werden.

Trägt nicht: Der verblasste Thermobon im Schuhkarton. Die Lesbarkeit muss über die gesamte Aufbewahrungsfrist erhalten bleiben; die Wiedergabe muss mit dem Original bildlich und inhaltlich übereinstimmen.

Wenn kein Beleg da ist

Für Parkuhren, Münzautomaten oder verlorene Quittungen sieht die GoBD den Eigenbeleg ausdrücklich vor. Eine abschließende gesetzliche Liste der Pflichtangaben gibt es für den allgemeinen Eigenbeleg nicht; aus der Belegfunktion folgt, dass er den Geschäftsvorfall zweifelsfrei nachweisen muss.

Die harte Grenze liegt bei der Umsatzsteuer: Ein Eigenbeleg ist keine Rechnung und verschafft deshalb keinen Vorsteuerabzug. Der Betriebsausgabenabzug kann bestehen bleiben, die Vorsteuer ist weg.

Wer digital arbeitet, muss zusätzlich an die Unveränderbarkeit denken. Die bloße Ablage von Dokumenten in einem Dateisystem erfüllt die Anforderungen regelmäßig nicht, soweit keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden (GoBD Rz. 110).

Was Benvero dabei nicht tut
  • Benvero ist Software und führt selbst keine Zahlungen aus.
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  • Dieser Beitrag ist eine Recherchezusammenfassung und keine Steuerberatung.
Fundstellen
  • GoBD Rz. 61 bis 64 — Belegprinzip, Kontierung, Verknüpfung
  • GoBD Rz. 47 und Rz. 110 — zeitgerechte Erfassung und Unveränderbarkeit
  • § 33 UStDV — Kleinbetragsrechnung bis 250 Euro
  • § 14 Abs. 4 UStG und § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStG — Pflichtangaben und Vorsteuerabzug
  • § 147 Abs. 3 Satz 1 und Abs. 4 AO, § 14b Abs. 1 Satz 1 UStG — Aufbewahrung
  • § 9 Abs. 4a EStG, § 5 BRKG — Verpflegungspauschalen und Kilometersatz

Recherchestand, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Ihren Fall mit Ihrer Kanzlei.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Auslage und Reisekosten?
Die Auslage ist eine tatsächlich verauslagte Ausgabe mit Beleg. Bei der Verpflegung auf Dienstreisen gibt es keinen Beleg-Weg: Verpflegungsmehraufwand ist ausschließlich pauschal ansetzbar, tatsächliche Verpflegungskosten sind nie abziehbar (§ 9 Abs. 4a Sätze 1 und 2 EStG).
Muss die Rechnung auf die Firma ausgestellt sein?
Bis 250 Euro brutto verlangt § 33 UStDV keine Angabe des Leistungsempfängers. Darüber schon: § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG fordert vollständigen Namen und vollständige Anschrift des Leistungsempfängers. Bei größeren Beträgen lohnt es sich, das im Laden gleich richtig ausstellen zu lassen.
Wie lange müssen Belege zu Auslagen aufbewahrt werden?
Buchungsbelege acht Jahre nach § 147 Abs. 3 Satz 1 AO, Rechnungen acht Jahre nach § 14b Abs. 1 Satz 1 UStG — jeweils gerechnet ab dem Schluss des Kalenderjahres. Die Frist läuft nicht ab, solange die Festsetzungsfrist offen ist.
Zählt eine private Kreditkarte als betriebliches Zahlungsmittel?
Das Zahlungsmittel entscheidet nicht über die betriebliche Veranlassung — der Anlass tut es. Die Zahlung mit privater Karte ist also unschädlich, solange der Beleg des Dritten vorliegt und der betriebliche Anlass dokumentiert ist.

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